Historie der AfM

Die Arbeitsgemeinschaft für Marketing (AfM)

Die Arbeitsgemeinschaft für Marketing (AfM) ist der Zusammenschluss der Professorinnen und Professoren für Marketing und angrenzende Fachgebiete an deutschschprachigen Hochschulen. Auf der jährlichen Fachtagung der AfM steht das Gespräch zwischen Wissenschaft und Praxis im Mittelpunkt. Arbeitskreise zu spezifischen Fragstellungen des Marketing tagen mehrmals jährlich.

Begründet wurde die AfM von Professor Dr. Egon Heil von der FH Rosenheim, der im Oktober 1973 erstmals zu einem Jahrestreffen der Marketing-Fachhochschulprofessoren einlud.

Ausgangssituation damals

In den Jahren 1971 bis 1973 wurden als späte Folge der Studentenunruhen und der Bildungsoffensive der damaligen sozial-liberalen Koalition die Staatlichen Ingenieurschulen und die Höheren Wirtschaftsfachschulen in Fachhochschulen umgewandelt. Außerdem gab es sehr viele Neugründungen. Mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg – dort unterstanden diese Einrichtungen schon immer den Wissenschaftsministerien – bedeutete dies in den übrigen Bundesländern gleichzeitig die Übernahme dieser Einrictungen in den Hochschulbereich. Es handelte sich also um den „Aufstieg“ vom sekundären in den tertiären Bildungsbereich. Die Unsicherheit unter den neuen Hochschullehrern war groß. Sollte doch mit den Fachhochschulen ein ganz neuer Hochschultyp entstehen.

Die neu berufenen Kollegen waren sehr oft zunächst die einzigen für das Fachgebiet Marketing an ihrer Hochschule. Sie kamen aus der Industrie und überlegten, wie an einem solchen neuen Hochschultyp anwendungsorientiert Marketing gelehrt werden sollte. Entsprechende Lehrmaterialien und Lehrbücher gab es noch nicht. Auch nicht an den Universitäten. Für die „Einzelkämpfer“war also ein Erfahrungsaustausch besonders wichtig.

Gründung

In dieser Situation ergriff Egon Heil, Professor der FH Rosenheim, die Initiative und versandte mit Datum 9. Mai 1973 ein Rundschreiben an die Fachhochschulen, von denen er wusste, dass dort Absatzwirtschaft bzw. Marketing gelehrt wurde und lud zu einem Meinungsaustausch im Juli nach Fulda ein, dem „Jahrestreffen der Fachhochschullehrer des Bereichs Marketing“. Der Rücklauf war überraschend gut. Meldeten sich doch 16 Fachhochschulen mit zusammen 19 Kollegen.

Schaut man sich das damalige Schreiben an, so fällt sofort auf, dass es die Grundidee war, mit einem gemeinsamen Lehrwerk für alle Marketingstudierenden eine einheitliche Basis zu schaffen. Auch damals riefen die Studierenden unisono am Beginn einer Veranstaltung: „Gibt es ein Skript?“. So verwundert es auch nicht, dass dieses Grundwerk unter dem Titel „Operatives Marketing“ das Hauptthema der AfM in den ersten Jahren war. Und schließlich Ende der 70er Jahre vollendet wurde.

 

 

Behrens C. et al. (2003) Geschichte und Entwicklung der Arbeits- gemeinschaft für Marketing (AfM). In: Kamenz U. (eds) Applied Marketing. Springer, Berlin, Heidelberg 2003

Autorenliste: Christian Behrens, Ralf Brickau, Ulrich Dornieden, Hans-Georg Geisbüsch, Uwe Kamenz, Hermann Lauer, Rötger Noetzel, Detlef Pagels, Ronald Pörner, Eckhardt Wanner, Lothar Weeser-Krel